Foto: Erik O'Brien

Higashi Chaya Geisha Viertel

Eine Zeitreise in Kanazawa

von Erik OBrien   

Die Anziehungskraft Japans liegt seit jeher in der Bewahrung seiner alten Geschichte und Kultur. Diese Bewahrung der Vergangenheit lässt sich am besten in der Stadt Kanazawa veranschaulichen.

Kanazawa, in der Präfektur Ishikawa gelegen, ist berühmt für Krabben, hochwertigen Sake und ist reich an Geschichte. Die Stadt wurde über 300 Jahre vom Maeda Clan regiert und einige seiner bemerkenswertesten Stätten sind der Kenrokuen Garten und die Burg von Kanazawa.

Dies sind zwar wunderbare Zeugnisse der Zeit, aber kein anderes Gebiet, keine andere Stätte oder Attraktion übertrifft für mich die des Higashi Chaya Bezirks. Higashi Chaya ist das Geisha Viertel von Kanazawa und hat einen besonderen Platz in meinem Herzen.

Ein einsamer Weidenbaum begrüßt die Besucher. Die kopfsteingepflasterten Straßen und kleinen Häuser bieten einen beeindruckenden Anblick. Es gibt mehrere ehemalige Geisha-Häuser, die man gegen eine Gebühr besichtigen kann.

Wenn man nicht viel Zeit hat, sollte man auf jeden Fall Ochaya Shima besuchen. Für einen Eintrittspreis von 500 Yen kann man hier die Lebensbedingungen einer durchschnittlichen Geisha im 19ten Jahrhundert erleben. Das Haus gilt als Nationalschatz und besteht aus zwei Stockwerken mit drei Treppenhäusern. Typisch für die damalige Zeit war, dass die Gäste beim Kommen und Gehen nicht aufeinander treffen sollten.

Es gibt drei Unterhaltungsräume pro Stockwerk, wobei jeder Raum so belassen wird, wie er ursprünglich genutzt wurde. Dort kann man einige der exquisitesten Instrumente, Kunstwerke, Schmuck und Accessoires sehen, die von den Geishas, die dort lebten, benutzt wurden.

Gegen einen Aufpreis von 400 Yen kann man ebenso Matcha (grüner Tee in Pulverform) und traditionelle japanische Süßigkeiten genießen, während Shamisen-Musik im Hintergrund spielt.

Ein kleiner Geheimtipp ist Yougetsu, ein fast 200 Jahre altes ehemaliges Geisha-Haus, das von einem Ehepaar gekauft und in ein Minshuku verwandelt wurde.

Mit fünf Zimmern, in denen man für nur 5.000 Yen (ohne Frühstück) übernachten kann, ist Yougetsu frei von jeglichem modernen Komfort (Telefon, Fernsehen, WiFi). Die Besitzer sprechen zwar kein Englisch, aber sie sind sehr zuvorkommend. Yougetsu hat keine Website, man kann aber telefonisch reservieren unter 0081-076-252-0497.

Am schönsten ist es, wenn man in einem Zimmer übernachtet, von dem aus man die vorderen Straßen von Higashi Chaya überblicken kann. Wenn man nachts am Fenster sitzt, kann es passieren, dass man auf dem Kopfsteinpflaster die Geta einer Geisha hören kann, die auf dem Weg zu einer Verabredung ist.

Nur wenige Meter entfernt befindet sich das 1909 gegründete Restaurant Higashiyama. Beim Eintreten wird man direkt in das frühe 20. Jahrhundert versetzt. Man hat die Wahl zwischen einem Barhocker im alten Stil oder dem Chabu Dai (traditioneller niedriger Tisch). Auch hier ist außer dem modernen Fernseher wenig unverändert geblieben.

Hier findet man Einheimische und kleine Gruppen von Jugendlichen, die hausgemachte Mahlzeiten und Bier genießen. Meine Empfehlung ist das Katsu-Curry, das auf authentische Weise zubereitet wird und auf dem ein Ei aufgeschlagen ist. Die Preise der Mahlzeiten reichen hier von 800 Yen bis 2.500 Yen.

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Susann Schuster

Susann Schuster @susann.schuster

Born in Germany, now living in Tokyo together with my husband. I love photography, hiking and running. I am a movie nerd, an art lover and love to be creative.

Original von Erik OBrien

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